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Digitalkamera-Entscheidungshilfe

Tipps+Tricks für Einsteiger und Hobby-Fotografen

   

 

 

Digitalkameras - die drei Grundtypen
Bei der Suche nach einer neuen Digitalkamera hat man die Wahl zwischen drei Grundtypen. Für den eiligen Besucher gibts die nachfolgende Übersicht. Grundsätzliches über deren Vor- und Nachteile kann man hier finden.

Kopaktkameras
Bridgekameras Superzoomkameras
Digitale Spiegelreflexkameras D-SLR
Bridge-Digitalkameras (Superzoomkameras)


Von jeden Grundtyp ist das Angebot mit unterschiedlichen Funktionen und Preisklassen scheinbar unerschöpflich. Wie man dennoch schnell die richtige Entscheidung treffen kann zeigen wir hier.


Digitalkamera - die Qual der Wahl
Wie unter Grundauswahl bereits beschrieben, solltet Ihr zuerst überlegen wo, unter welchen Umständen, was hauptsächlich fotografiert werden soll.

Die in der Werbung mitunter gepriesene Funktionsvielfalt wie z. B. eingebaute Bildbearbeitungsfunktion, digitalem Zoom u. ä. ist überflüssiger Schickschnack und behindert mehr als es nützt. Besser ist es das Originalbild auf einem PC zu sichern und später nach Bedarf mit einem Bildbearbeitungsprogramm zu bearbeiten.

Merke: Was in der Digitalkamera bereits bei der Aufnahme wegbearbeitet oder ein Bildausschnitt der mittels Digitalzoom produziert wurde, lässt sich nachträglich mit keinem Programm wieder ausbügeln!

Ein wesentliches Kriterium für die Entscheidung des Digitalkameratyps ist die Erwartung bzw. die Anforderung die an das künftige Bild gestellt wird (zum aufpeppen eines selber gedrehten Videos, als Diashow auf dem PC bzw. Fernseher, zum Hausgebrauch im Fotoalbum, als Poster zur Verschönerung im Heim oder gar für Werbezwecke, Ausstellungen u. ä. womit man schon im Semi- bis Profibereich angelangt ist).

Diese Überlegungen entscheiden letztlich in welcher Klasse (auch preislich) man sich bewegt.



Auflösung – die Pixelzahl
Die erste technische Information betrifft die Anzahl der Pixel (in Millionen; Megapixel) als Maß der (theoretischen) digitalen Auflösung. Praxistests zeigen gar nicht selten, dass eine Digitalkamera mit geringerer Pixelzahl mitunter bessere Bilder liefert. Aber weil viel Pixel benötigt man wirklich? Letztlich ist die gewünschte Größe des künftigen Papierbildes ein entscheidendes Maß. Online-Fotolabore geben dazu gute praktische Anhaltspunkte.

Nachfolgende, vereinfachte Tabelle zeigt wie viele Megapixel mindestens erforderlich sind um Bilder in guter Qualität zu realisieren.
 

Auflösung in Megapixel


Bildgröße
in cm

 
0,85

6 x 8

 
1,31
9 x 13
 
2,1
10 x 15
 
3,1
13 x 18
 
6,2
20 x 30
 
13
30 x 45


Digitalkameras - die Grundtypen

1. Kompakte Digitalkameras
Kompakte Digitalkameras besitzen auf Grund ihrer geringen Baugröße auch einen relativ kleinen Bildsensor. In die unterschiedlichen Digitalkamera–Grundtypen sind auch unterschiedlich große Bildsensoren eingebaut. Deshalb kann man die Werte für die angegebenen Brennweiten nicht direkt miteinander vergleichen. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, geben viele Händler zusätzlich in das Kleinbildformat umgerechnete Brennweiten an (z. B. die Brennweite von 6 mm einer Kompakten Digitalkamera würde in etwa der Brennweite 36 mm im Kleinbildformat entsprechen). Mit diesem Digitalkameratyp können außerdem einfache Videoclips aufgenommen werden. Eine manuelle Bildeinstellung wie Fokus, Blende, Verschlusszeit usw. ist meist nicht möglich und falls doch, dann nur über eine umständliche Menüführung. Daher sind Motivwahlprogramme (Landschaft, Makro u. ä.) eine sehr sinnvolle Ergänzung. Auch wenn der optische Sucher bei diesen Digitalkameras aus der Mode gekommen ist, gibt es noch einzelne Exemplare, die neben dem Farbdisplay (auch Monitor genannt), diesen noch zusätzlich besitzen. Wer mal versucht hat bei grellem Sonnenlicht ein Foto zu machen und nur auf das Display angewiesen ist, wird sehr schnell den optischen Sucher zu schätzen wissen.

Vorteile: Kompakte Digitalkameras sind verhältnismäßig klein, leicht und handlich. Als typische Vertreter der Schnappschusskameras kann man sie bequem in der Jackentasche verstauen und damit bei jeder, auch ungeplanter Gelegenheit einsetzen. Manche Kompakte Digitalkameras besitzen spezielle Eigenschaften, die vor wenigen Jahren noch den höheren Preisklassen vorbehalten waren (wie zum Beispiel mit optischem Bildstabilisator, wählbare, extrem kurze Verschlusszeiten, sehr kurze Auslöseverzögerungen, mit Makrofunktion oder sind für Unterwasseraufnahmen geeignet). Das Objektiv (meist als Zoomobjektiv ausgelegt) ist fest mit dem Digitalkameragehäuse verbunden. Damit ist dieser Kameratyp wenig anfällig für das Eindringen von Staubpartikeln in das Digitalkamerainnere.

Nachteile: Das fest integrierte Digitalkameraobjektiv lässt weniger Handlungsspielraum für besonders kurze oder lange Brennweiten, da ein Objektivwechsel nicht möglich ist. Außerdem bedingt die geringe Baugröße auch die Verwendung kleiner (Durchmesser) Objektive, wodurch die Objektivgüte nachteilig beeinflusst wird. Ein Einsatz diverser Filter (UV-Filter, Polarisations-Filter, Sonnenblende usw.) ist nur bei wenigen, ausgewählten Kompakten Digitalkameras möglich (meist fehlt ein entsprechendes Gewinde am Objektiv und die Verwendung magnetisch vorgesetzter Filter ist nicht mit jeder Digitalkamera dieses Typs möglich). Der kleine Bildsensor erzeugt bei ungünstigen Beleuchtungsverhältnissen ein erhöhtes Bildrauschen. Gute Bilder bei wenig Licht und schneller Bewegung kann man damit nicht erwarten.


2. Bridgekameras (Bridge-Digitalkameras, Superzoomkameras)

Bridge-Digitalkamera, auch Superzoomer genannt, schließen praktisch die Lücke zwischen den Kompakten Digitalkameras und den Spiegelreflexkameras (SLR). Bridge-Digitalkameras sind größer und schwerer als Kompakte Digitalkamera, besitzen ein größeres Objektiv und damit meist bessere Objektivgüten, was auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen zu besseren Bildern führt. Preislich liegen die Bridge-Digitalkameras im oberen Segment der Kompakten Digitalkameras und unterhalb der Spiegelreflexkameras. Das Objektiv ist in dieser Klasse nicht wechselbar. Die Größe des Bildsensors liegt zwischen den der Kompakten Digitalkameras und der Spiegelreflexkameras. Daraus ergibt sich auch ein eigener Umrechnungsfaktor der Brennweite bezogen auf das Kleinbildformat. Mit Bridge-Digitalkameras können außerdem Videoclips aufgenommen werden. Dieser Digitalkameratyp verfügt meist über Motivwahlprogramme und die Möglichkeit der manuellen Einstellung zur Anpassung an die jeweilige Aufnahmesituation.

Vorteile: Das mit dem Digitalkameragehäuse fest verbundene Objektiv hat den Vorteil, dass damit ein Schutz vor dem Eindringen von Staub besteht. Das Objektiv ist durch den Hersteller auf die jeweilige Kamera optimiert und zusammen mit der meist höheren Objektivgüte (im Vergleich zu den Kompaktkameras) sind qualitativ gute Bilder realisierbar. Der Einsatz von Vorsatzfiltern und Konverter (Weitwinkel bis Tele) ist möglich. Gewicht und Preis bilden zum erzielbaren fotografischen Ergebnis ein optimales Verhältnis.

Nachteile: Das fest mit demDigitalkameragehäuse verbundene Objektiv lässt einen Objektivwechsel nicht zu, womit fotografische Einschränkungen verbunden sind.



3. Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR)
Digitale Spiegelreflexkameras könnte man auch als die Königsklasse der Digitalkameras bezeichnen. Passend zum Kameramodell können unterschiedliche Objektive und zusätzlich bei Bedarf entsprechende Filter eingesetzt werden. Damit sind vielfältige fotografische Aufgabenstellungen lösbar. Mit den großen Objektiven können außergewöhnlich hohe Objektivgüten erreicht werden. Das große Digitalkameragehäuse lässt den Einbau eines großen Bildsensors zu, wodurch eine hohe Bildqualität auch unter ungünstigen Lichtver-hältnissen und bei schnellen Bewegungsabläufen (z. B. Sportaufnahmen) erreicht werden kann. Im Gegensatz zu früheren Modellen verfügen fast alle modernen DSLR über einen Live View Modus und können auch Videos in Full HD (1080p) aufzeichnen.

Heute sind gute Einsteiger- DSLR bereits zu einem Preis erhältlich den man auch für eine gute Kompakt- oder Bridgekamera bezahlen würde. Spiegelreflexkameras der oberen Preisklasse kommen vor allem im Profibereich zum Einsatz.

Vorteile: DSLR bieten leistungsfähige Autofokussysteme, auf Grund des großen Bildsen-sors kommt es auch bei sehr hoch eingestellten ISO-Werten nur zu einem geringen Bildrauschen. So können auch bei mäßigen Beleuchtungsverhältnissen und schnell bewegten Objekten gute Aufnahmeergebnisse erzielt werden. Hervorragend sind diese Digitalkameras für Bildreportagen bei sportlichen Wettkämpfen, für Tierfotografie in freier Natur, für Aufnahmen bei einer Safari (Objektiv mit entsprechend großer Brennweite vorausgesetzt) sowie alle Aufgaben die besondere Ansprüche an die Bildqualität stellen, geeignet.

Nachteile: Die Anschaffungskosten für anspruchsvolle Digitalkameragehäuse (Body) und für leistungsfähige Objektive sind relativ hoch. Die Digitalkameras mit Objektiven und Zubehör verursachen ein höheres Gewicht. Auf Grund der geteilten Bauweise, Digital-kamerabody und wechselbares Objektiv, kann sich mit der Zeit Staub auf dem Bildsensor absetzen. Zwar besitzen die meisten Digitalkameras ein eigenes Reinigungsprogramm, jedoch wird sich ein zeitweiliges Staubentfernen (mit äußerster Vorsicht) nicht vermeiden lassen.


Welches Zubehör sollte man gleich mit der Digitalkamera kaufen?

Aus eigener Erfahrung können wir, unabhängig ob Ihr Euch für eine Kompakte Digital-kamera, Bridge-Digitalkamera oder Spiegelreflexkamera entschieden habt, folgende Minimalausstattung empfehlen:

1. Falls im Lieferumfang keine Tasche /Schutzhülle für die Digitalkamera enthalten ist, sollte man sich eine passende gleich mit bestellen. Schließlich soll das gute Stück möglichst lange erhalten bleiben.

2. Bei den analogen Kameras war jeden klar, dass er genügend Ersatzfilme mit in den Urlaub nehmen muss. Bei Digitalkameras sind es die zur Kamera passenden Speicher-medien.

2. Den Sinn eines geladenen Ersatzakkus bzw. Batterie werdet Ihr spätestens dann erkennen, wenn gerade das besondere Foto geschossen werden soll und sich die Digital-kamera wegen zu niedrigem Akkupegel verabschiedet. Ein Ladegerät im Hotelzimmer hilft da auch nicht weiter.

3. Bei manchen Digitalkameras gehört kein eigenständiges Ladegerät /Ladeadapter zum Lieferumfang. In diesen Fällen ist eine solche Anschaffung empfehlenswert.

4. Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten sind ohne festen Stand kaum verwacklungsfrei möglich. Daher ist die Beschaffung eines Stativs für die Digitalkamera in den meisten Fällen unumgänglich.

5. Hat man sich für eine Spiegelreflexkamera entschieden, sollte man unbedingt prüfen ob ein Objektiv (meist als Kit gekennzeichnet) bereits im Lieferumfang enthalten ist. Ansonsten benötigt man noch ein zum Digitalkameramodell passendes Objektiv mit der gewünschten Brennweite und Lichtstärke.

Alles sonst noch benötigte Zubehör sollte man beschaffen, wenn man sich mit den Funktionen der Digitalkamera vertraut gemacht hat.